Warum ich freiwilliger Wahlhelfer bin

So manch einer auf Twitter fragt mich von Zeit zu Zeit, warum ich mich denn freiwillig als Wahlhelfer gemeldet habe und ob das nicht total langweilig sei, da den ganzen Tag im Wahllokal herum zu sitzen. Dieser Artikel klärt euch ein wenig über meine Motivation auf.

Angefangen hat das Interesse für Wahlen in meiner „Wirkungszeit“ als Mitglied der Piratenpartei. Damals wurde das Auszählen einer Wahl live ins Internet gestreamt und das fand ich so interessant, dass ich selbst einmal dabei sein wollte. Schnell war mir allerdings klar, dass ich nicht nur einfach beim Auszählen dabei sein, sondern aktiv helfen wollte. Und so schrieb ich an die Stadt Bad Nauheim meine Anfrage, ob ich als Wahlhelfer in einen Wahlbezirk eingeteilt werden kann.

Dieses Engagement fand man offenbar so gut, dass man mich schon für die vier Wochen später statt findende Bürgermeisterwahl, Kommunalwahl und die Volksabstimmung zur Schuldenbremse als Wahlhelfer einteilte.

Ich bekam eine Woche vor der Wahl einen Anruf, in welcher Schicht ich gerne aushelfen möchte, denn alle verfügbaren Kräfte werden auf Schichten von 8 bis 13 Uhr und 13 bis 18 Uhr eingeteilt. Anschließend kommen sie zum Auszählen um 18 Uhr alle zusammen, damit das Ergebnis ermittelt werden kann.

Da ich leider nicht bei mir im Ortsteil als Wahlhelfer eingeteilt bin, sondern in einem Wahlbezirk in der Innenstadt aushelfe, habe ich bislang immer die zweite Schicht genommen, damit ich zum Auszählen gleich da bin. Bisher gab es damit auch noch keine Probleme und ich denke mal, dass ich das auch für die kommenden Wahlen so beibehalten werde.

Für die Tätigkeit als Wahlhelfer wird man mit einem „Erfrischungsgeld“ entlohnt. Das fällt wohl von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aus -bei mir waren es bislang für jeden Wahltag immer 25 Euro. Bei der nächsten Wahl sollen es wohl 50 Euro sein, aber darauf lege ich nicht wirklich großen Wert.

Als mögliche Aktivitäten – zumindest in meinem Wahllokal – gibt es zum einen die Person am Wählerverzeichnis. Das war bei den letzten Wahlen in meiner Schicht zumeist meine Aufgabe. Der Wähler wird hier kurz begrüßt, es wird die Identität festgestellt, im Wählerverzeichnis nach einem entsprechenden Eintrag geschaut und dann entsprechend abgehakt. Der zweite Helfer sitzt direkt neben an und teilt die entfalteten Wahlzettel aus. Bei Kommunalwahlen kommt hier schon mal gern ein bisschen was zusammen. Der dritte Helfer schließlich sitzt an der Wahlurne und schiebt den Zettel mit der Strichliste vom Einwurfschlitz weg, wenn der Wähler seinen Wahlzettel einwerfen möchte. Er streicht dann fortlaufend eine Ziffer durch. Reservepersonen springen kurzfristig mal ein, falls man beispielsweise etwas zu Trinken oder Essen holen möchte oder kurz auf die Toilette muss.

Erfahrungsgemäß gibt es über den Wahltag hinweg auch mal kleine „Durststrecken“, in denen einfach keine einzige Person vorbei schaut. Das ist eben so und man kann es leider nicht verhindern. Aber dann unterhält man sich eben mit seinem Team und kommt ins Reden. Bevor man sich versieht hat man wieder „Kundschaft“. Dann gibt es wiederum aber auch Zeiten, da rennen dir die Wähler die Bude ein und es bilden sich lange Warteschlangen, weil es nur drei Wahlkabinen gibt. Gerade kurz vor 18 Uhr ist gerne noch einmal etwas mehr los und meistens sind das dann etwas jüngere Wähler. Die älteren Personen kommen meist nach dem Mittagessen oder dem Kaffeekränzchen.

Mittlerweile bin ich (schon längst) nicht mehr bei den Piraten und habe immer noch Spaß daran, am Wahlsonntag die Demokratie zu unterstützen. Egal ob Kommunalwahl, Landtagswahl, Bundestagswahl, Europawahl, Landratswahl, Bürgermeisterwahl, Volksentscheide oder Bürgerbegehren – damit hatte ich mindestens schon einmal zu tun und es macht mir nach wie vor großen Spaß, weil man somit auch etwas unter die Leute kommt. Es ist ja nicht so, dass man sich während seiner Schicht über die ganze Zeit nur anschweigt – aber auch das wird von Wahllokal zu Wahllokal wohl unterschiedlich sein.

Ich hatte jedenfalls bisher noch keinen Grund ernsthaft darüber nachzudenken mit dieser Tätigkeit aufzuhören und solange mich die Stadt Bad Nauheim noch haben möchte, kann sie gerne auf mich zurück kommen. Allerdings wäre es ganz toll, wenn ich irgendwann auch mal in meinem eigenen Ortsteil als Wahlhelfer arbeiten könnte. :D

Als nächstes steht eine Bürgermeisterwahl an – und zwar am 7. Mai 2017. Die gehen bei der Auszählung relativ schnell, da man auf verhältnismäßig wenige Dinge achten muss, als beispielsweise bei einer Kommunalwahl, bei der es ja alleine schon mehrere Wahlzettel gibt und dann auch noch kumuliert und panaschiert werden kann. Hier sind die freiwilligen Wahlhelfer allerdings nur für das Auszählen der Listenstimmen verantwortlich. Die einzelnen Personenwahlen werden von Mitarbeitern der Stadt ausgewertet. Vermutlich wird es auch zwei Wochen später wieder eine Stichwahl geben, zu der ich ebenfalls wieder aushelfe. Und dann ist im Herbst ja natürlich noch die Bundestagswahl… ;)

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