Und täglich grüßt das Murmeltier…

Jeden Tag das Gleiche: Spätestens um 6:55 Uhr muss ich aus dem Haus, damit ich meinen Bus (Linie FB-300 Richtung Butzbach Schrenzerschule) um 7:03 Uhr (danke an die HLB, dass der Bus noch fünf Minuten früher fährt, als anfangs) an der Haltestelle „Alte Schulstraße“ bekomme. Dort wartet meist schon Cristopher auf mich und wir wechseln in einen kurzen Smalltalk bis der Bus kommt.

Kaum ist man im Bus an seinem (fast immer) freien Stammplatz angelangt, geht die Prozedur los. Ranzen absetzen und ganz schnell ein Gespräch anfangen, denn das Grauen wartet schon im nächsten Ort. Knapp fünf Minuten hat man Zeit, seine Ohren auf Durchzug zu stellen, bevor der erste Schwall kleiner Kinder samt Jugendlicher in den Bus einsteigen und ordentlichen Krach machen. Besonders die kleinen Kinder, die einem das Gehirn geradezu aus dem Kopf wegbrüllen, sind dabei am Nervigsten. Nach einem Umweg über den „Alten Friedhof“ in Oppershofen, wo ebenfalls nochmal ohrenbetäubende Kleinkinder einsteigen, fährt der Bus über die Haltestelle „Schillerstraße“ (der Bus ist jetzt nahezu voll) in Richtung Rockenberg.

In Rockenberg angelangt wollen nochmal einige Fahrgäste an der Haltestelle „Wohnbacher Weg“ einsteigen. Diese müssen sich zumeist in den Bus quetschen, da er zu diesem Punkt restlos überfüllt ist. Die Nerven sind schon kurz vorm Zerreißen, soviel Lärm machen Kleinkinder und Jugendliche. Jeder hat jedem was zu erzählen und das muss natürlich in den höchsten Tönen gemacht werden. Doch dann die Erlösung: 100 Dezibel steigen an der nächsten Haltestelle „Rathaus“ aus. Die kleinen Knirpse sind endlich an ihrem Ziel angelangt und verlassen schubsen sich gegenseitig aus dem Bus. Gleichzeitig steigen weitere Jugendliche ein. Die Fahrt ist jetzt wesentlich entspannter, aber dennoch alles andere, als erholsam. Über die Haltestelle „Griedeler Straße“ geht es dann auch schließlich nach Griedel.

An der einzigen Haltestelle dieser Linie in Griedel steigen noch einmal ein paar Fahrgäste ein. Auch jetzt ist der Bus wieder gestopft voll – nicht so wichtig, denn ab jetzt steigen nur noch Fahrgäste aus.

Zwar noch nicht vor Butzbach am „Roten Lohweg“, allerdings die ersten am „Ostbahnhof“ – spätestens jedoch am „Friedhof“. Überaschung, denn das Gymnasium, das die Hälfte der Fahrgäste besuchen, liegt direkt neben einem Friedhof. Unter normalen Umständen würde der Bus eine bislang noch unbekannte Route fahren, die wir bisher noch nicht zu Gesich bekommen haben. Seit Beginn des Schuljahres fährt der Bus einen umständlichen Umweg und eine noch sinnlosere Umleitung, die viele Minuten Zeit in Anspruch nimmt. Blöd ist auch, dass die Ampel, an der wir abbiegen müssen, nur 13 Sekunden lang grün geschaltet ist – etwas zu kurz für den vielen Verkehr.

Wie gesagt, über langen Umweg fährt der Bus dann zur Haltestelle „Schrenzerschule“, wo ich auch schließlich aussteigen muss (normal würde er erst zum Weidig-Gymnasium fahren). Einen relativ kurzen Schulweg passierend bin ich dann immer gegen 7:35 Uhr in der Schule, begrüße meine bereits (nicht so zahlreich) anwesenden Mitschüler und unterhalte mich mit ihnen über den kommenden Schultag, während so langsam auch die anderen Kollegen eintreffen.