Gestatten: Das ProWo-Team

Lehrer sind wie Kleinkinder – wollen alles, und zwar sofort. In der Projektwoche des Schuljahrs 2006/2007 in der ELS betätigte ich mich zusammen mit Moritz als Wunscherfüller. Wir wurden dem Organisationsprojekt zugeteilt. Mein webbasiertes Organisationstool („ProWo-Orca“) wurde in den höchsten Tönen gelobt. Doch was nützt ein so zuverlässiges, kompetentes, ausfallsicheres und absolut tolles Tool, wenn die Lehrer nicht das machen, was man ihnen sagt? Ganz einfach: nichts!

So war es leider unumgänglich, dass wir unsere Kollegen, die sich wachen Auges am Infostand (mit ihrer PSP) befanden, alle zwei bis drei Stunden auf Streife schicken mussten, damit überprüft werden konnte, dass auch ja noch alle Lehrer an ihrem zugeteilten Platz waren. Diese Maßnahme erwies sich als sehr gut, denn ansonsten hätten wir die zahlreichen Untergrundaktivitäten gar nichts erst mitbekommen.

Die sowieso schon sehr enge Raumsituation ließ kein Platz für evtl. Änderungen und doch schafften es die Lehrer immer wieder, unsere Planungen total durcheinander zu würfeln. Aber hey, wenigstens hatten wir somit etwas zu tun. Als das Tool schließlich angab, dass nur noch das Sanitätszimmer und der Mediationsraum frei wären, wurden wir sehr stutzig. Aber ja, es stimmte: Ein Tanzprojekt belegte drei Räume, ein Projekt mit französischen Sketchen nahm sogar einen ganzen Pavillon mit vier Räumen in Beschlag.

Natürlich waren die zugewiesenen Räume den Lehrern nicht immer recht. Höhepunkt der Projektwoche war wohl, wie wir ein Hockey-Projekt mit 40 Teilnehmern in den kleinsten Raum der Schule, der ungefähr 22 Sitzplätze vorsieht, stecken mussten, weil sich ein anderer Lehrer in dem zugeteilten Raum zwecks einer Videovorführung verschanzt hatte. Dem Hockey-Projekt wurde die Enge des Raums offenbar bewusst und weichte auf die Bibliothek aus.

Die Projektwoche war sehr lustig aber auch sehr anstrengend. Ständig die kleinen Kinder, aus deren Mündern schon der Sabber fast auf die Tastatur lief, von den Notebooks fernzuhalten war ein Akt für sich. Es war eine sehr lustige Erfahrung, dass Lehrer (die sich auch an unsere Abmachungen hielten) von uns abhängig waren und alles machten, was man ihnen sagte.