Fernsehen will gut organisiert sein…

Gute Organisation ist das halbe Leben – und beim Fernsehen müsste man meinen, dass es dort erst recht sehr organisiert zugehen muss. Leider mussten wir uns aber gestern vom Gegenteil überzeugen, was den Abend als Insgesamtes allerdings keinesfalls in einem schlechten Licht stehen lässt.

Die nobeo-Studios in Hürth-Kalscheuren – viel Technik auf großem Platz mit leider nicht ganz so ausreichender Beschilderung. Schon wegen einem kleinen Stau leicht verspätet mussten wir insgesamt drei Leute fragen, die uns erklären konnten, wo sich der Treffpunkt zur Studioführung befindet. Als uns der nette Herr am Empfang schließlich weiterhelfen konnte, hatten wir fast das komplette Gelände begangen.

Die Verspätung machte allerdings nicht wirklich etwas aus… Unsere zwei Studioführer waren ebenfalls etwas spät dran und eine Karte lösen, wie in der E-Mail geschrieben, mussten wir auch nicht wirklich. Mit vierzig Mann ging es dann Richtung Studio 5 – „Richterin Barbara Salesch“ sowie „Niedrig und Kuhnt“ befanden sich in dem doch eher weit ab vom Schuss gelegenen Studio.

Hier wurden uns verschiedene Tricks erklärt. So ist der schöne Parkettboden nur aufgemalt, genau so wie auch alle anderen Bodenbeläge. Grund? Fährt eine Kamera über einen gefliesten Boden, entstehen leichte „Hüpfer“ im Bild, die nun auch wirklich nicht sein müssen. Weiterhin wird mit einem vor einen Scheinwerfer befestigten Lattenrost ein durch Lamellen einfallendes Licht simuliert.

Im Set von „Niedrig und Kuhnt“ ist auch kein Wasseranschluss am Waschbecken verlegt, das ginge bei den dünnen Wänden nicht so gut. Das Wasser wird simpel mit einem Eimer Wasser und einem Gartenschlauch in den Wasserhahn eingespeist und durch den Abfluss wieder zurück geleitet. Und zu guter Letzt hat man im Verhörzimmer die Uhr abgehängt, da man der Aufnahmeleitungsassistenz den Job ersparen wollte, die Uhr ständig auf den Zeitpunkt zu stellen, wo die letzte Szene aufgehört hat.

Voller Erwartungen gingen wir dann weiter in die Bluebox. Abgerundete Ecken verhindern einen Schattenwurf, der in Computer-Animationen nicht zu eliminieren wäre. Da das Studio umgebaut und renoviert wird, waren keine Kameras installiert. In dem Studio wird unter Anderem „pur“ für das ZDF produziert.

Höhepunkt der Studioführung war dann das Studio von „Wer wird Millionär?“ bzw. „Die Millionenshow“. Man glaubt gar nicht, dass das Studio so klein ist. Ich selbst durfte auf einem der zehn – am Rande erwähnt sehr bequemen – Kandidatenstühlen Platz nehmen. Die Computer dort werden mit Touchscreen bedient, wovon ich persönlich noch gar nichts mitbekommen habe.

Abschließend waren wir noch in der Regie und haben uns die Monitorwand angeschaut, die leider ausgeschaltet war. Unsere Studioführung war damit beendet, da wir auch schon etwas über der Zeit waren. Noch völlig vom WWM-Studio begeistert gingen wir dann Richtung „stern TV“-Studio, wo wir allerdings auf halben Weg wieder in das Foyer geschickt wurden, in welchem wir uns auch für die Studiotour versammelt hatten.

Um ca. 21:15 Uhr begaben wir uns dann auf den Weg zum „stern TV“-Studio – durch den Notausgang. Bevor wir allerdings unsere Plätze einnehmen durften, die uns von den Ticket-Damen zugewiesen wurden, mussten wir durch einen Security Check. Schon sehnsüchtig die Sendung erwartend zappelten wir unruhig auf unserem Platz herum. Letzte Reihe, aber dennoch super Plätze und sehr überschaubar. Ca. zehn Minuten vor Sendungsbeginn kam dann auch Günther Jauch persönlich ins Studio und lockerte das Publikum etwas auf.

Die komplette Sendung über wurde es nicht langweilig. Die fertigen Beiträge konnte man über die große Videowand und über kleine Fernseher an der Studiodecke mitverfolgen. Während der Platzzuweisungen lief im Hintergrund – zu meinem großen Erstaunen – ein Fußballspiel auf Sat.1… Da wir alle so toll mitgemacht haben, bekamen wir zum Abschluss kostenlos die neueste stern-Ausgabe.

Insgesamt gesehen war es ein schöner Abend, auch wenn es ein paar organisatorische Problemchen gab. Auch bei der Garderobenrückgabe hätte man ruhig noch ein oder zwei Personen mehr dazu stellen können. Aber das sind Kleinigkeiten, über die man sich nicht aufregen muss. :)