Eine etwas vollere S-Bahn

Es gibt Tage, an denen ist man(n), frau oder vogel abends einfach nur erschöpft von der Arbeit und will nur noch in Ruhe nach Hause. Man ist etwas dösig und nickt zuweilen mal weg. Genau so ein Abend war heute, aber von Ruhe und Entspannung war keine Spur.

Ich schob es auf meine Müdigkeit, dass ich Wirrwarr auf dem Zugzielanzeiger an der S-Bahn-Station Offenbach Ledermuseum auf Gleis 2 gelesen habe. Womöglich hatte der Rechner der Bahn aber doch mal wieder einen kleinen Hänger und spielte Zufallsbahn, indem er die Anzeige der verbleibenden Minuten der einzelnen S-Bahnen etwas willkürlich umsortiert hat. Wie auch immer: Auf der Anzeige stand, dass in 6 Minuten die S1 nach Hochheim ankommt. Da es die Bahn mit Zeit-Management nicht so ganz hat, kam die S-Bahn 2 Minuten später, also 4 Minuten zu früh. Doch einfach einsteigen war nicht… Als die S-Bahn fast anhielt rief der Fahrzeugführer durch das Mikrofon, dass man bitte im vorderen Zugteil einsteigen soll.

Nun kann man sich in etwa vorstellen, wie ausgelastet eine S-Bahn um 18:30 Uhr in Frankfurt am Main so ist. Voll war schon passend, aber nichts im Vergleich zu dem, was sich im Laufe der Fahrt entwickelte. Immer mehr Personen stiegen ein und stiegen ein und manche machten sich auch gar keine Gedanken darum, dass zwei Türen weiter vorne noch etwas Platz ist – nein, man wollte unbedingt in diese eine Tür rein. Richtig lästig wurde es dann an der Konstablerwache, an welcher sich die S-Bahn schlagartig derart überfüllt hat, dass man erst mal noch 2 Minuten warten konnte, bis alle Menschen aus den Lichtschranken an den Türen getreten waren. Das ist gar nicht so einfach, wenn man sich unbedingt noch in die Bahn quetschen will.

An der Hauptwache wurde es unterdessen noch schlimmer. Die Luft wurde zunehmend stickiger und auch die Menschen uneinsichtiger. Wildes Gedrängel und laute Diskutiererei gingen durch den Wagen. Mein Gedanke: Schnell raus hier! Aber es gab ja noch eine Station dazwischen. ;) An der Taunusanlage stiegen verhältnismäßig wenige Personen ein, was unter Anderem daran gelegen haben könnte, dass überhaupt kein Platz mehr für Irgendjemanden oder Irgendwas (denn auch Hunde und Fahrräder wurden eingeladen) war. Als ich am Hauptbahnhof angekommen bin stieg ich aus der S-Bahn aus und beobachtete kurz das Treiben an den Türen. Mit Weltuntergangsstimmung live stürmten die Fahrgäste aus der S-Bahn heraus, damit kurz darauf weitere 500 Fahrgäste einsteigen konnten.

Aber so ist das nun mal, wenn die Deutsche Bahn eine halbierte S-Bahn in der Rush Hour auf den Weg schickt…