Aus höchst internen Kreisen wurde mir folgendes Informationsblatt an die Offenbacher Haushalte zugespielt, welches die Konventionen für den Winterdienst 2009/2010 beschreibt. Alle in Offenbach haben sich daran zu halten.
So heißt es unter Anderem:
In den Wintermonaten ist in Offenbach von jedem Anwohner Winterdienst zu leisten. Öffentliche Plätze haben in der Regel keine dauerhaften Bewohner, auch wenn dies manchmal den Anschein hat. Aus diesem Grund findet an diesen Plätzen kein Winterdienst statt. Fußgänger betreten solche Plätze auf eigene Gefahr oder müssen einen Umweg von mehreren Minuten in Kauf nehmen.
Die Gehwege sind in den Wintermonaten nach eigenem Ermessen von Schnee und Eis zu befreien. Da die Stadt Offenbach zu geringe Salzvorräte hat, ist Speisesalz aus dem privaten Salzstreuer zu benutzen. Wer seinen Teil des Gehwegs mindestens fünf Zentimeter breit von Schnee und Eis befreit erhält eine jährliche Prämie von 5 Euro, welche in Form eines Norma-Gutscheins ausgestellt wird. Darüber hinaus gibt es keine Sonderprämien.
Um ein schnelles Wieder-Einfrieren zu verhindern darf jeglicher Sonder- und Sperrmüll auf dem frei geschaufelten Gehweg platziert werden.
Das Fahrverhalten in den Wintermonaten ist der entsprechenden Witterung anzupassen. Konkret bedeutet dies: Bei starkem Schneefall, schlechter Sicht und/oder sonstigen massiven Beeinträchtigungen im Straßenverkehr ist der Sicherheitsabstand zwischen Autos komplett aufgehoben. Gleiches gilt ebenfalls für LKW und Busse. Die Offenbacher Regelung, das rote Signal einer Lichtzeichenanlage für Verkehr und Fußgänger komplett ignorieren zu dürfen, bleibt davon unberührt und gilt auch in diesen Fällen weiterhin.
Hinweis: Dieser Beitrag ist als Satire zu werten. Natürlich ist dieses “Informationsblatt” reine Fiktion und existiert nicht wirklich.


am 18. Februar 2010 um 09:42 Uhr
So wie uns der Winter dieses Jahr zugesetzt hat, bleibt nur zu hoffen, dass dies auch reine Fiktion bleibt! Es ist einfach erschreckend wie unvorbereitet die Städte und Gemeinden tatsächlich sind. Wenn wir mal ehrlich bleiben, war der Winter zwar kalt und ja es hat geschneit… aber hätte sich einer von uns wirklich vorstellen können, dass das Streusalz knapp wird? Wir müssen dankbar sein, dass uns der Winter doch noch einigermaßen verschont hat. Wer weiß, was sonst noch alles hätte passieren können!
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass dieses Jahr der Winterdienst vollkommen versagt hat. Während der normale Mieter und Häuslebesitzer artig den Schnee vor seiner Eingangstüre schaufelt, passiert ind den Städten nichts. Sämtliche Einkaufsstraßen und Gehwege sind ungeräumt. Es wurde einfach nur Granulat auf die dicken Schneeschichten gestreut. Wer haftet denn hier bei einem Sturz? Die Stadt oder die Ladenbesitzer? Das Geld, das aufgrund nicht ausreichend geräumter Wege in Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte gesteckt werdne musste, hätte man eher in Streusalz investiert.
Die nichtgeräumten Straßen sind ein Zeichen einer schlecht organisierten Gesellschaft. Jeder schiebt dem anderen die Verantwortung zu!