Es gibt viele Soaps im Fernsehen. Egal ob deutsche oder ausländische Produktionen – jede einzelne hat ihre treuen Zuschauer, angebliche Verweigerer, die aber trotzdem immer über alles Bescheid wissen und bekennende “Hasser”. Aber wann genau weiß man als Zuschauer, ob man eine Soap mag und regelmäßig einschaltet oder das zuständige Produktionsteam beim Sender lieber feuern würde?
Wenn es mit den Einschaltquoten einer Soap nicht mehr so gut bestellt ist, kann das mehrere Gründe haben. Ein Großteil macht da sicherlich die Handlung aus, denn wenn die nicht mehr das große Interesse findet, das anfangs investiert wurde, vernachlässigt der sonst so treue Zuschauer durchaus mal den ein oder anderen Ausstrahlungstermin und senkt somit die Einschaltquoten. Da sich das Verhalten eines einzelnen Zuschauers nicht merkbar auf die Einschaltquoten auswirkt gehen wir mal davon aus, dass in dem Haushalt ein GfK-Meter zur Erhebung der Einschaltquoten vorhanden ist.
In dieser Sicht sind also die Drehbuchautoren an einem möglichen Flop der Seifenoper mitverantwortlich, denn viele Zuschauer schalten diese nur wegen eines bestimmten Handlungstrangs ein. Fällt diese Handlung weg oder wird so geändert, dass es nicht mehr im Interesse der meisten Zuschauer ist, riskieren die Drehbuchautoren ebenfalls erhebliche Verluste bei den Einschaltquoten. Um dem vorzubeugen verfassen viele Fans Protestschreiben an den Sender und die Produktionsfirmen. Sehen die Drehbuchautoren ihren Fehler zu spät ein, haben sie ein großes Problem. Um die ursprüngliche Handlung wieder aufzubauen vergeht viel Zeit, in welcher treue Zuschauer verloren gehen können.
Als Senderchef mag man Soaps, wenn sie Einschaltquoten bringen. Erzielen sie nicht die gewünschten Werte, riskieren sie ganz schnell dem Rotstift zu verfallen und aus dem Programm zu fliegen. In diesem Jahr so geschehen mit dem Versuch, eine vierte Daily Soap im RTL-Programm zu platzieren. “Ahornallee”, von RTL extra als “Ensemble-Serie” bezeichnet, wurde schon nach ungewöhnlich kurzer Zeit aus dem Programm geworfen. Einzig bei der Video-on-Demand-Plattform RTLnow.de hatte man sich die restlichen produzierten Folgen anschauen können. Das Nachfolgeprogramm konnte aber auch nicht wirklich die gewünschten Einschaltquoten bieten. “Ahornallee”-Fans waren deshalb über die Entscheidung zur Absetzung sehr wütend, da der Kölner Sender mit “Alles was zählt” bewiesen hatte, dass man durchaus auch mal auf akzeptable Einschaltquoten warten kann.
Eine Soap kann nur für so gut gefunden werden, wie sie produziert wird. Hat man eine erstklassige Besetzung mit einem grottenschlechten Drehbuch, wird sich das natürlich nicht sonderlich positiv auswirken. Oftmals sind es auch massive Veränderungen am Cast, die einer Serie den Todesstoß geben. Davon betroffen war auch “Hinter Gittern – Der Frauenknast”. Nach den zahlreichen Änderungen im Cast zur letzten Staffel und den teilweise sehr merkwürdigen Handlungen war nach 403 Folgen Schluss. Einen weiteren Fehler, den man seitens des Senders machen kann, ist ungenügende Werbung. So wurde zum Beispiel der Start der neuen “Smallville”-Staffel gar nicht angekündigt. Die Einschaltquoten bestätigten den Fehler.
Man kann es natürlich nicht jedem recht machen. Es wird immer Zuschauer geben, die aufgrund von Änderungen an Handlung und/oder Cast kein Interesse mehr haben. Letztendlich aber können wir auch froh sein, dass es solche Änderungen gibt. Ohne diese würden wir jeden Tag das Gleiche zu sehen bekommen, was mit der Zeit auch etwas eintönig wird, das Interesse senkt und somit ebenfalls zum Zuschauerschwund führt. Änderungen müssen sein – allerdings sollte man als Drehbuchautor darauf achten, dass man das möglichst im Interesse der Fan-Gemeinde macht. Ob fest etablierte Soaps immer noch erfolgreich sein würden, wenn die komplette Besetzung ausgetauscht wird, ist jedenfalls sehr fraglich.
Diesen Artikel habe ich am 29. Dezember 2007 um 13:30 Uhr auf TVBlogger.de veröffentlicht.

